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© by Hermann-Zilcher-Gesellschaft 2012

Biografie

1881

Hermann Zilcher wird am 18. August als ältestes Kind der Eheleute Paul und Luise Zilcher in Frankfurt am Main geboren

1884

Erste Kompositionsversuche, die vom Vater aufgezeichnet werden

1886

Erster Klavierunterricht bei seinem Vater

1888

Hermann Zilcher wird eingeschult, er improvisiert im Musikunterricht zum einstimmigen Gesang eine zweite Stimme und beweist damit frühzeitig seine Musikalität

1896

Zilcher entscheidet sich, Musiker zu werden und lernt deshalb zusätzlich Geige. Sein Vater veranstaltet für ihn ein erstes öffentliches Konzert, in dem er unter anderem Werke von Chopin und eigene Kompositionen vorträgt

1897

Eintritt in das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt. Hermann wird Schüler des angesehenen Pianisten Professor James Kwast, in Kontrapunkt und Formenlehre kommt Hermann Zilcher zu Professor Iwan Knorr, Bernhard Scholz (der Konservatoriumsdirektor) nimmt Hermann in seine Kompositionsklasse auf

1900

Erste Konzertreise zusammen mit dem „Frankfurter Streichquartett“ nach Spanien
Zilcher macht sein Abschlussexamen und bekommt den Mozartpreis verliehen (vierjähriges Stipendium für Komponisten der Stadt Frankfurt)

1901

Hermann Zilcher heiratet seine Studienkollegin Margarete Demmering und geht nach Berlin, um Karriere zu machen. Bald wird er einer der gesuchtesten Begleiter für Sänger und Instrumentalisten. Wichtig wird für ihn ist die Begegnung mit dem russischen Geiger-Ehepaar Petschnikoff, dem Zilcher sein Konzert für zwei Violinen op. 9 widmet. Es folgt eine Konzertreise in die Vereinigten Staaten als Begleiter des 10jährigen Geiger-Wunderkindes Franz von Vecsey (1893-1935).
Beginn der Vertonung des Traum- und Tanzspiels „Fitzebutze“ von Richard Dehmel. Er wird (noch vor Elly Ney) Preisträger des Mendelssohn-Wettbewerbes im Fach Klavier.

1905

Hermann Zilcher wird Klavierlehrer am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main
In seiner Frankfurter Zeit tritt Zilcher der Freimaurerloge „Sokrates zur Standhaftigkeit“ bei.

1906

Sein Sohn Heinz-Reinhart (1906-1967) wird geboren, der später wie sein Vater Musik studiert und Dirigent wird

1908

Zilcher nimmt eine Klavierprofessur an der „Akademie der Tonkunst“ in München an, später auch eine Professur in Komposition. Er übernimmt die Leitung des „Neuen Orchestervereins“, einer Laienvereinigung von Ärzten, Offizieren, Beamten und Malern. Hermann Zilcher ist Mitglied des „Magischen Zirkels“.

1913

Uraufführung der „Liebesmesse“ in Straßburg durch Hans Pfitzner

1914

Nach der zerbrochenen Ehe mit Margarete Demmering heiratet er nun die Journalistin Sophie Seyboth. Für Otto Falckenberg schreibt er die Bühnenmusik zu Shakespeares „Wie es euch gefällt“.

1917

Einberufung zur Landwehr. Die Ausbildung nimmt ihn gesundheitlich so sehr mit,  dass er Ende des Jahres wieder entlassen wird

1918

Zilcher erreicht mit seinem Klavierquintett cis-moll op. 42 den Höhepunkt seines Kammermusikschaffens; es gilt als letztes vollendetes spätromantisches Werk dieser Gattung

1920

Zilcher geht nach Würzburg und nimmt dort die Stelle als Direktor des Staatskonservatoriums, der ältesten Musikschule Deutschlands an. Er vermählt sich mit der Schauspielerin Luise Henrich

1921

Tochter Eva wird geboren, die wie ihre Mutter Schauspielerin wird und als Mitglied des Wiener Burgtheaters zu hohem Ansehen gelangt. Zilcher führt die „Würzburger Musik- und Theaterwoche“ ein. Eine erste Zilcher-Biographie wird vom Dirigenten Hans Oppenheim veröffentlicht.

1922

Zilcher gründet das Würzburger „Mozartfest“, damals noch „Mozartwoche“ genannt, seine Tätigkeit als Pianist konzentriert sich mehr auf die Kammermusik. Gründung des „Zilcher-Trios“ mit Adolf Schiering (Violine), Ernst Chanbley (Violoncello) – nach dessen Tod Franz Faßbaender.

1924

Die Bayerische Staatsregierung ehrt Zilcher mit dem Titel eines Geheimen Regierungsrates, die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg macht ihn zu ihrem Ehrendoktor.

1926

Heirat mit der Sängerin Margarete Kiesekamp

1928

Sohn Fritz Helmut wird geboren
Ende der 20er Jahre gründet Zilcher das Würzburger Kammerorchester

1933

Nachdem der Würzburger Konservatoriums-Professor Rudolf Lindner im Rahmen des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom bayerischen Reichsstatthalter Ritter von Epp aus seiner Lehrtätigkeit entlassen worden ist, bemüht sich Zilcher im Münchener Kultusministerium - laut Gesprächsprotokoll vom 25.8.1933 - um die Rückgängigmachung der Kündigung "seines" Professors, den er als hervorragend beurteilt. Zilcher lag der Antisemitismus der Nationalsozialisten fern; auch ist keine einzige antisemitische Äußerung von ihm überliefert.

1934

Zilcher übt in der „Zeitschrift für Musik“ Kritik am  von Goebbels propagierten NS-Musikideal einer „stählernen Romantik“.
Komposition eines kleinen Chorwerks mit dem Titel „Gebet der Jugend“. Das wegen seines affirmativen Textes (aus der Feder des Theologen Prof. K. M. Kaufmann) problematische Werk blieb eine Ausnahme in Zilchers Œuvre; er komponierte kein weiteres Werk mit regimenahem Text).

1935

Am 17. August erlässt Innenminister Frick das Verbot der Freimaurerei, wodurch sich der Druck auf Zilcher wegen seiner Logenzugehörigkeit erhöht. Um seine Stellung nicht zu verlieren, gibt er schließlich dem Drängen des Würzburger Bürgermeisters Dengel nach und stellt einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Partei (nach Aufhebung der am 1. Mai 1933 verhängten Aufnahmesperre wird Zilcher 1937 automatisch aufgenommen, wobei man den Eintritt im Parteibuch auf den 1. Mai 1933 zurückdatiert).

1936

Überwachung der Privatpost durch die Gestapo

1937

Verleihung des Mainfränkischen Kulturpreises

1939

Tochter Helga Zilcher wird geboren

1941

150. Todestag von Wolfgang Amadeus Mozart: das berühmt gewordene „Mozartfest“ findet zum letzten Mal in einem großen und festlichen Rahmen statt. Zilcher wird 60 Jahre alt, ihm werden die „Goethe-Medaille“ für Kunst und Wissenschft und die „Silberne Stadtplakette der Stadt Würzburg“ verliehen. Er erhält die „Goldene Mozart-Medaille“ der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg (eine Ehrung, die bis heute keinem anderen Komponisten außer Zilcher zuteil wurde)
Zilchers Violinkonzert op. 92 wird in einem Konzert der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler uraufgeführt

1943

Aufgrund der langjährigen Kontroverse mit Gauleiter Otto Hellmuth wird Zilcher die Gesamtleitung "seines" Mozartfestes und der Direktorenposten der Musikschule für Jugend und Volk von der Reichskammer entzogen.

1944

Zilcher nimmt zum letzten Mal am Mozartfest teil, als Zugabe wählt er die Ouvertüre zur „Zauberflöte“, mit demselben Werk hatte er vor 22 Jahren das Fest eröffnet. 
Zilcher, der schon seit längerem gesundheitlich angeschlagen ist, wird vom Fronteinsatz und Arbeitsdienst freigestellt, muß aber zahlreiche Konzerte zur Truppenbetreuung leisten.

1945

Luftangriff auf Würzburg, dabei fällt das Konservatorium mit dem gesamten Buch- und Notenbestand (der auch Werke von Zilcher enthielt) in Schutt und Asche. Zilcher wird aufgrund einer anonymen falschen Beschuldigung von der US-amerikanischen Militärverwaltung als Direktor des Würzburger Konservatoriums abgesetzt. Er muss sich einem Spruchkammerverfahren unterziehen und wird zum Holzfällen in den Spessart abkommandiert. Dort zieht er sich zwei Brüche und Herzschwäche zu und verletzt seine Hände.

1947

Zilcher überreicht seinem Sohn Heinz Reinhart die Partitur zur 5. (letzten) Symphonie.

1948

Nach dem Sylvesterabend bei Freunden bricht Zilcher auf seiner Türschwelle tot zusammen.
Im Juni wird das Spruchkammerverfahren gegen Zilcher posthum eingestellt. Laut einer Aktennotiz vom 4. Dezember hatte Zilcher lediglich als „Mitläufer“ eingestuft werden sollen, wie generell bei inaktiven Parteimitgliedern üblich.
Die 5. Sinfonie wird postum in Hamburg unter Eugen Jochum uraufgeführt